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NaturFreunde Hessen
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Stellungnahme der NaturFreunde Hessen e.V. zum Thema Fracking in Nordhessen.

Die NaturFreunde Hessen e.V. lehnen die beabsichtigte Erkundung von unkonventionellen Erdgasvorkommen in Gesteinsporen und deren Fördermöglichkeit in Nordhessen ab. Die NaturFreunde sehen bereits bei der Erkundung (Exploration) erhebliche Risiken für die Menschen, für die Umwelt und für die Natur und Landschaft


Vor allem sehen wir die Möglichkeit einer starke Gefährdung des Grundwassers, verursacht durch den Eintrag von Chemikalien durch die Bohrvorgänge selbst sowie durch das Aufbrechen des Gesteins. Eine weitere Gefahr für das Grundwasser, wie auch für Oberflächenwässer besteht bei der Entsorgung der Frackingfllüssigkeiten durch Verpressen der Abwässer in die alten Bohrlöcher als auch bei der Entsorgung des sogenannten Lagerstättenwasser. Dieses kann zum Beispiel radioaktiv kontaminiert sein. Damit besteht auch eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung der Menschen.
Nach Einschätzung des Bundesumweltamtes aus 2011 können Standardklärwerke zum Beispiel von Gemeinden die Entsorgung der belasteten Abwässer nicht bewältigen. Dies müsste in Industriekläranlagen mit einem hohen technischen und auch hohen Kostenaufwand geschehen.
Die (Grund)Wasserproblematik erhöht sich noch weiter durch den enormen Wasserverbrauch beim Frackingverfahren. Das Bundesumweltamt zitiert in seiner Einschätzung eine Studie des Tyndall Center für Climate Change der Universität von Manchester aus 2011 nach dem für das Fracking in einem Sondenfeld bis zu 174.000 m³ Wasser benötigt werden können. Eine möglich Wiederverwendung des Wassers zur Resourcenersparnis, hätte aber wieder die Problematik der Reinigung des Wasses (s.o).
Zumindest in der Bauphase zur Errichtung der Bohrfelder besteht ein hoher Flächenbedarf. Dazu gehören die Fundamente für die Bohrtürme genauso wie eine erforderliche verkehrliche Infrastruktur, wie auch Lagerplätze, Abwasser- und Regenauffangbecken usw.
Gerade diese Einrichtungen haben ihre negativen Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Dazu zählen die Zerstörung von natürlichen Lebensräumen von Tieren und Pflanzen zum Beispiel durch Versiegelung von Flächen ebenso wie durch kontaminiertes Grund- und Oberflächenwasser.
Unabhängig von den beschriebenen Risiken und Gefahren für Mensch und Umwelt durch Exploration und Gewinnung von Erdgas durch Fracking, sehen wir in der Nutzung von unkoventionellen Erdgas keine Brückentechnologie in eine klimaneutrale Energieproduktion, weil bei der Gasverfeuerung einerseits weiterhin festgebundenes CO2 in die Atmosphäre emitiert wird, andererseits bei einem anzunehmenden Sinken der Gaspreise die Anreize zu Investitionen in die Energiewende sinken bzw. höhere Subventionen erforderlich wären.
NaturFreunde Hessen e.V.
Postfach 730262 • 60504 Frankfurt am Main •
T 069 6 66 26 77 • F 069 66 16 03 13
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NaturFreunde Hessen e.V.
Postfach 730262 • 60504 Frankfurt am Main •
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Eine Brückentechnologie muss eindeutig in die erneuerbare Zukunft führen und darf diese Umsteuerung nicht hinauszögern. So wäre zum Beispiel eine Förderung von Power-to-Gas, also die Umwandlung von Wind- und Sonnenenergie in künstliches Methan, eindeutig die bessere Brückentechnologie, weil dadurch kein zusäzliches CO2 entsteht, das Gasnetz aber als Energiespeicher genutzt werden kann und zusätzlich der Strom aus erneuerbaren Quellen auch für den Verkehr genutzt werden könnte.
Darüber hinaus ist die Gesamtbilanz von unkonventionellen Erdgasvorkommen (wenn man die gesamten CO2 Emissionen für Exploration und Förderung einrechnet) in der Nähe einer modernen Steinkohlenverbrennung, die richtigerweise nicht mehr vorangetrieben wird, obwohl es noch viele Kohlevorkommen in Europa gibt.
Die NaturFreunde Hessen fordern einen grundsätzlichen Verzicht auf die Exploration und Gewinnung von unkonventionellen Erdgasvorkommen durch Fracking! Für zukünftige Methoden fordern sie die Beteiligung der Öffentlichkeit durch eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung!
Frankfurt am Main, im Oktober 2012
Jürgen Lamprecht
NaturFreunde Hessen