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NaturFreunde Hessen
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Zusammenschluss von NF Schierstein und Wiesbaden

Die NaturFreundinnen und NaturFreunde in Wiesbaden und Wiesbaden -Schierstein haben einen zukunftsweisenden Beschluss gefasst und die Basis für eine sehr gute Perspektiven gelegt.

Gemeinsam stärker sein

12.05.2009 - WIESBADEN

Von Daniel Honsack

NATURFREUNDE Fusion der beiden Wiesbadener Ortsvereine offiziell besiegelt

Ab sofort gibt es in Wiesbaden nur noch einen Verband, der sich den Titel "Naturfreunde" geben kann. Die beiden Ortsvereine Wiesbaden und Wiesbaden-Schierstein haben sich per Abstimmung ihrer Mitglieder im Rathaus zur gemeinsamen Gruppe "Naturfreunde in Wiesbaden" zusammengeschlossen.

Um die Historie des traditionsreichen Verbandes abzubilden, trägt der neue Verein offiziell den Titel "Naturfreunde Deutschlands. Verband für Umweltschutz, sanfter Tourismus, Sport und Kultur. Wiesbaden 1912 und Wiesbaden-Schierstein 1924 e.V." - doch dieser Bandwurm wird wohl vor allem beim Amtsgericht hinterlegt und auf Briefköpfen Verwendung finden.

Der Zusammenschluss findet zu einem günstigen Zeitpunkt statt. Beide Zweige des Baumes sind gesund, Wiesbaden bringt 200, Schierstein 165 Mitglieder mit in die "Ehe" ein. Beide haben tiefe Wurzeln, wie schon die Gründungsdaten im Langtitel belegen. Schierstein war noch bis 1926 eine eigenständige Gemeinde, was sich in so mancher Vereinsgeschichte bis zum heutigen Tag abbildet.

Einer der Auslöser für die nun standesgemäß im Stadtverordnetensitzungssaal beschlossenen Vereinigung liegt bereits im Jahr 2006 begründet. Damals verkaufte der Ortsverein Wiesbaden seine Häuser in Dickschied. Werner Wahler berichtet, dass diese Häuser bereits 1923 angekauft worden waren, um als Ausflugsziel genutzt zu werden. 1933 wurden sie beschlagnahmt und für Nazi-Organisationen wie den Bund Deutscher Mädel (BDM) oder den Arbeitsdienst genutzt. Nach dem Krieg gingen sie wieder zurück an die Naturfreunde und waren noch bis in die 1970er Jahre gut belegt. Doch dann ließen die Buchungen, korrespondierend mit dem Niedergang von Hotels und Pensionen in dieser Region nach. Nun hätte viel Geld investiert werden müssen, um den Standard zu heben, allein die Umsetzung der Brandschutzauflagen hätte enorme Kosten verursacht.

"Es war nun naheliegend, dass wir zusammen arbeiten", sagt Gabi Reichmann. Schon seit 1993 wurde das Programm - bestehend aus Wanderungen, Vorträgen, Seminaren und Kulturangeboten - gemeinsam gestaltet. Das Geld aus dem Verkaufserlös soll in das künftig gemeinsame Gelände gegenüber von Schloss Freudenberg gesteckt werden. Das Grundstück mit dem heutigen "Heidehäuschen" war ebenfalls 1933 enteignet worden. Nach dem Krieg war von dem Gebäude nichts mehr übrig, 1955 konnten es die Naturfreunde basierend auf einer gebrauchten Baracke, in der bis dahin die Stadtverwaltung provisorisch vor dem Kurhaus untergebracht war, wieder aufbauen. Früher war das Gelände übrigens Schiersteiner Gemarkung und wurde nach mehreren Umwidmungen erst vor kurzem Dotzheim zugerechnet, weiß Karl-Heinz Sattler.

"Wir werden in Zukunft mehr an die Öffentlichkeit gehen und uns deutlicher politisch engagieren, für Umweltthemen einsetzen, mit anderen Organisationen kooperieren", blickt Gabi Reichmann tatendurstig in die Zukunft. Wichtig ist ihr, das derzeitige Image der Naturfreunde, das noch ein wenig in der Vergangenheit angesiedelt ist, dem tatsächlichen Zustand des ausgesprochen aktiven Verbands anzupassen. Wichtige Themen, die von dem Verein bereits besetzt werden, wie etwa der Einsatz gegen das Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue, sollen weiter voran gebracht werden. "Wir werden uns nun mit den vereinten Kräften verstärkt engagieren", kündigt die neue Vorsitzende der Gesamt-Wiesbadener Naturfreunde an.

Zu ihrem Stellvertreter wurde Werner Wahler gewählt, die Kasse führen Heinz Artz (Wiesbaden) und Dieter Suppes (Schierstein), Schriftführern sind Sigrid Aey (Wiesbaden) und Ortrun Schreyer (Schierstein), und auch der frühere Wiesbadener Vorsitzende Matthias Kollatz bleibt Vorstandsmitglied.

Der entscheidende Moment: Im würdigen Ambiente des Stadtverordnetensaales im Rathaus heben sich die Hände der Mitglieder der Naturfreunde Wiesbaden und Schierstein, um den Zusammenschluss ihrer beiden Vereine abzusegnen - mit dem erklärten Ziel, gemeinsam stärker zu sein.