Wanderbericht Alpenpfad am Dörnberg
NaturFreunde Kassel e.V. mittwochs-aktiv-II
Wanderbericht vom 9. Juli 2008
Alpenpfad am Dörnberg
Route: Bhf. Fürstenwald (300 m) – Koppensteine – Börnegrund – Alpenpfad (400 m) Helfensteine – Weimar (260 m) = 12 km (4 Std. 10 Min.)
Wanderleitung: Edel und Jochen Boczkowski
Anfahrt mit RT 4, zurück mit Bus 49
22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 20 gewandert
Der an unserem Weg liegende Koppenstein ist eine 5 m hohe Basaltsäule, die von weitem wie ein Kopf mit Augen, Mund und Nase aussieht. Das Naturdenkmal ist ein steckengebliebener Basaltschlot, bei dem das umgebende weichere Material im Laufe der Jahrtausende abgetragen worden ist. Linkerhand verläuft die Bahntrasse Kassel – Korbach, die wir nach etwa einem Kilometer unterqueren. Bald verschwinden auch die Schienen im 816 m langen Zierenberger Tunnel.
Wir gewinnen an Höhe und gelangen in offenes Acker- und Weideland. Im Rückblick nach Osten erkennen wir den Heuberg bei Hofgeismar, Deiselberg und Reinhardswald und den Flugplatz Calden.
Die Wanderleiterin zeigt auf die 480 m hohe Zierenberger Kuppe und erläutert, dass wir sie nicht erklimmen, sondern auf dem Alpenpfad umrunden werden. Die Zierenberger Kuppe, auch Kleiner Dörnberg genannt, ist das Gelände für Segelflugmodelle. Der vor 60 Jahren angelegte Alpenpfad führt auf etwa 4 km ohne Steigungen aber mit vielen Windungen durch eine offene Buschlandschaft, auf deren Hangflächen vor allem Wacholder und Schwarzdorn das Landschaftsbild prägen. Der Kalkmagerrasen weist eine Vielfalt an Orchideen und Enzianen auf. Dieser Bereich ist schon seit langem als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Faszinierend sind auch die weiten und abwechslungsreichen Blicke. Das heutige Erscheinungsbild des Dörnbergs mit seiner typischen Vegetation ist nur durch maschinelle Pflege mit anschließender Beweidung zu gewährleisten. Regelmäßig wird der Vermehrung der Gebüsche, insbesondere der Schlehe, durch Entbuschung Einhalt geboten. Schafe und Ziegen beweiden nach Pflegeplänen die Flächen und tragen zum Erhalt dieser Kulturlandschaft bei.
Auf der Hochebene zwischen Hohem Dörnberg, Helfensteinen und Zierenberger Kuppe ist Start- und Landebahn für die Segelflugzeuge. Seit 1923 wird auf dem Dörnberg geflogen. Da wochentags kein Flugbetrieb ist, können wir risikolos quer über die Bahn in Richtung Helfensteine gehen. Die Basaltformation „Wichtelkirche“ kommt ins Blickfeld mit dem breiten Warmetal im Hintergrund. Die Bedeutung der Helfensteine für die frühzeitigen Bewohner der Zierenberger Gegend ist bis heute unklar. Funde aus vorgeschichtlicher Zeit vom größten der Felsen lassen sich auf die Späthallstattzeit (ca. 750 - 400 v.d.Z.) datieren.
Ab den Helfensteinen geht es bergab, anfangs steil, später auf breiten Wald- und Wiesenwegen nach Weimar. Da unsere Einkehr genau am anderen Ende des Dorfes liegt, will uns dieser Abschnitt besonders lang vorkommen.
Top. Freizeitkarte Habichtswald und Reinhardswald 1 : 50000
Wandergeld = 14,20 Euro
Spende Sigrid Friedrich = 30,00 Euro
Gastbeitrag = 5,00 Euro
Reisekosten bei Vorwanderung am 9.6.2007 = 6,00 Euro
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