Im Reinhardswald
NaturFreunde Kassel e.V. mittwochs-aktiv
Wanderbericht vom 3. Dezember 2008
Im Reinhardswald
Route: Helmarshausen (105 m) – Diemelüberquerung – Wechselberg (210 m) – Franzosenwiesen (160 m) – Klipsberg (260 m) - Mühlenplatz – Gieselwerder (108 m) = 9 km (3 Std. 50 Min)
Wanderleitung: Edel + Jochen Boczkowski
Mit ÖPNV über Hofgeismar nach Helmarshausen, zurück über Hann. Münden nach Kassel
20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer
Beim Start auf der Helmarshäuser Diemelbrücke war die Welt noch in Ordnung. Niemand konnte ahnen, dass 45 % unseres Teams (in obiger Liste fett hervorgehoben) während der Tour Bodenberührung hatte. Bei einigen war die Wanderkleidung erdfarben. Leider hat sich ein NaturBursche einen Sehnenanriss im rechten Fußgelenk zugezogen und kann erst nach Weihnachten von der Reservebank wieder auf seinen Stammplatz wechseln. Nasser Schnee, aufgeweichter Boden, unwegsames Gelände, steile Abstiege und Fehler der Wanderleitung haben für diese Quote gesorgt. Andauernder Schneeregen hat bei manchem die Klamotten durchgeweicht.
Die 110 km lange Diemel entspringt in der Nähe von Usseln. Bei Helmarshausen hat sie nur noch 2 km bis zur Einmündung in die Weser. Kurz nach der Brücke beginnt auf schmalem Pfad ein 1 ½ km langer Anstieg zum Wanderparkplatz Wechselberg. Wir kommen an der Rückseite der 180 Betten-Jugendherberge vorbei und erkennen im Dunst die Ruine der Krukenburg. Am Wechselberg wechseln wir zum Wanderzeichen X14 = Stammesbrücke (Brücke zwischen Franken und Sachsen). Auf wassergesättigtem Waldboden geht es durch Buchenbestand bergab zu den Franzosenwiesen und seinen Teichen.
In Wikipedia steht: „Die Wiesen gelangten dadurch zu ihrem Namen, dass Franzosen nach dem Zweiten Weltkrieg auf ihnen lagerten.“ (! ?) Nach einer trotz Schneeregen reizvollen Passage entlang den Franzosenwiesen beginnt ein Aufstieg zum Klipsberg. Hier durchqueren wir eine mittlerweile abgeräumte sehr große Windwurffläche links und rechts unseres Weges. Wie überall sind vorwiegend Fichtenbestände betroffen. Der anschließende nur 1 km lange Wegeabschnitt in einer Höhenlage von 260 m entwickelt sich zu einem mühsamen Stolpern über Wurzeln und Stämme, durch Matschlöcher und Rinnen. Der Wanderleiter wirkt desorientiert und muss von seinen Genossen auf Wegezeichen hingewiesen werden, damit wir überhaupt herausfinden.
Wir mobilisieren die letzten Kräfte für den Abstieg ins Wesertal, denn X14 geht 160 m bergab auf 1000 m. Holzabfuhr und Wasser haben tiefe Furchen gegraben. Dieses 16%-Gefälle hat wesentlich zur 45%-Fallquote beigetragen. Endlich haben wir wieder festen Boden unter den Füßen. Auf ansonsten ungeliebtem Asphaltbelag eilen wir zur Einkehr ins Restaurant Delphi an der Weserbrücke, werden im Rekordtempo bedient, schlingen die vorbestellten Speisen herunter und besteigen um 14:23 Uhr Bus 195 nach Hann. Münden. Der freundliche Busfahrer gibt auf der Fahrt touristische Hinweise, da kann man nicht meckern.
Wandergeld = 11,00 Euro
Reisekosten bei Vorwanderung am 27.11.2008 = 3,00 Euro
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