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NaturFreunde Hessen
Rückblick

Vorfrühling entlang Beise und Kanonenbahn


NaturFreunde Kassel e.V. mittwochs-aktiv-II
Wanderbericht vom 8. April 2009


Route: Oberbeisheim – Niederbeisheim – Beiseförth=9 km (3 Std.)

Wanderleitung: Edel * & Jochen Boczkowski An- und Abreise mit ÖPNV

23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Hund Brinca


Die 20 km lange Beise kommt aus dem Knüll bei Ludwigsau-Hainrode. An ihrem Lauf drehten sich einst 26 Mühlräder, von denen zumindest noch 12 namentlich existieren. Heute gibt es an 4 Standorten noch Turbinen, die regenerativen Strom erzeugen. Außerhalb der Ortschaften schlängelt sich der Bach in vielen Windungen vorwiegend durch Wiesen.

Die ehemalige Eisenbahnstrecke Malsfeld – Treysa überquert in unserem Wanderabschnitt 6-mal die Beise bzw. die parallel laufende K 29. Die ab 1875 aus militärstrategischen Gründen gebaute Eisenbahnverbindung von Berlin zur Westgrenze des Kaiserreichs hatte eine Länge von 800 km, wovon 500 km im Rahmen des „Kanonenbahngesetzes“ finanziert wurden. Sie wurde ohne Berücksichtigung wirtschaftlicher oder ziviler verkehrlicher Bedürfnisse nach dem gewonnenen Krieg 1870/71 gebaut. Sowohl in Oberbeisheim als auch Niederbeisheim gab es Bahnhöfe und Vorsteher. In den 1970-er Jahren wurde der Verkehr eingestellt und die Schienen abgebaut. Heute erinnern noch Brückenbauten und Bahnhofsstraßen an diese Ära.

Die Wanderstrecke führt weitgehend über unmarkierte Feld- und Waldwege. Sie ist unter Nutzung von „radroutenplaner-hessen.de“ erarbeitet und im Rahmen einer Vorwanderung erkundet worden.

Im Korbmacherdorf Beiseförth besuchen wir das „einzige Korbmachermuseum Hessens“. Der letzte im Ort lebende Repräsentant dieser Zunft, Friedbert Zicklam (79), stellt uns seinen Beruf vor. Vor 200-300 Jahren war die Leineweberei ein großer Teil mit dem viele Beiseförther ihren Lebensunterhalt bestritten. Als nach Einführung der mechanischen Webstühle diese Erwerbsbasis wegfiel, sahen die Leute in Beiseförth in der Korbflechterei eine Möglichkeit für sich. Sowohl an der Beise wie an der Fulda fanden sich günstige Bedingungen zum Anbau von Korbweiden. Wir erfahren, dass ungeschälte Weiden für landwirtschaftliche Körbe und geschälte Weiden für solche im Haushalt verarbeitet wurden. In den 1920-er Jahren gab es 50 Korbmacherbetriebe. Daher der etwas geringschätzige Spitzname „die Kötzenflicker“. Aber auch diese Zeit ist Geschichte. Die Kunststoffkörbe haben alles verdrängt.

Freizeitkarte Waldhessen = 1 : 50000
Wandergeld = 13,50 Euro
Reisekosten bei Vorwanderung mit Pkw = 20,00 Euro
 

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