Zum Welttourismustag am 27.09.2010
Pressemitteilung der NaturFreunde Internationale (NFI) und der NaturFreunde Deutschlands (NFD) vom 24. September 2010:*Zum Welttourismustag: Unser Naturerbe ist die Grundlage für Wohlstand und Lebensqualität*
*Wien/Berlin, 24. September 2010 -- Der diesjährige Welttourismustag am
27. September wird vor dem Hintergrund des Internationalen Jahres der
Biodiversität den wechselseitigen Nutzen von touristischer Entwicklung
und Naturschutz thematisieren. Die NaturFreunde Internationale (NFI) und
die NaturFreunde Deutschlands (NFD) rufen zu einer ambitionierten
Tourismuspolitik auf, die das Leitziel zur nachhaltigen Entwicklung
endlich ernst nimmt. *
*"Der alleinige Fokus auf steigende Besucherzahlen um jeden Preis ist
ein sehr kurzsichtiger Ansatz", warnt Dr. Christian Baumgartner,
NFI-Generalsekretär und Mitglied der EU-Tourism-Sustainability-Group.
"Wir müssen einen qualitativen Tourismus entwickeln, der uns unser
kulturelles und natürliches Erbe zugänglich macht, ohne immer auch die
Umwelt zu belasten." Ökologische, soziale und wirtschaftliche Belange
müssten sorgfältig im Gleichgewicht gehalten werden, um auch langfristig
den Wohlstand einer Region zu garantieren.*
Dass der für den Tourismus zuständige EU-Industriekommissar Antonio
Tajani Europas Naturerbe als wichtigste Ressource für eine gemeinsame
EU-Tourismuspolitik identifiziert hat, wird von den NaturFreunden
begrüßt. Nur ein sorgfältig geplanter nachhaltiger Tourismus kann zum
Erhalt und Schutz des Naturerbes beitragen und dabei vielen Menschen
ermöglichen, die weltweite Artenvielfalt nicht nur zu erleben, sondern
auch zu genießen.
*Touristen leiden unter der Naturzerstörung -- und verursachen sie*
Doch die gegenwärtige Ausbeutung der Natur untergräbt die langfristige
Grundlage dafür. Denn immer noch sterben rund 150 Arten aus -- täglich,
für immer und trotz des lange währenden politischen Engagements für den
Naturschutz. Urlauber sind davon nicht nur betroffen -- eine intakte
Natur steht bei der Reiseentscheidung ganz hoch im Kurs -- tatsächlich
sind sie dafür auch verantwortlich.
Schließlich leidet die Natur nicht nur unter Umweltverschmutzung und
Flächenfraß, weil der Mensch auch in seiner Freizeit immer öfter in
sensible Ökosysteme vordringt, diese mit Beton versiegelt und deren
Wasser verbraucht. Die Natur kämpft auch mit dem fortschreitenden
Klimawandel, an den sich die zurückgedrängten und geschwächten
Ökosysteme nicht schnell genug anpassen können. Auch hier ist der
Tourist beteiligt.
Allein Dreiviertel aller klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen eines
Urlaubs entfallen auf die An- und Abreise. Die deutschen
"Reiseweltmeister" unternehmen beispielsweise die Hälfte ihrer
Urlaubsreisen im Auto, schon bei circa 34 Prozent aber liegt das
besonders klimaschädliche Flugzeug. Wer etwa zum Welttourismustag in die
südchinesische Gastgeberregion Guangdong fliegen will, wird allein durch
Hin- und Rückflug rund sechs Tonnen Kohlendioxid verursachen. Zum
klimaneutralen Ausgleich müsste er sein Auto eigentlich gut drei Jahre
stehen lassen.
*Eine ambitionierte Tourismuspolitik für die nachhaltige Entwicklung von
Regionen*
Doch das Bewusstsein für diese Zusammenhänge fehlt oft noch: Im
sogenannten "Innsbrucker Manifest" hatten sich vergangene Woche die
Alpenländer für eine gemeinsame Tourismusstrategie ausgesprochen. Denn
die einseitige Fokussierung auf die Steigerung der Anteile einer Region
am internationalen Tourismusmarkt ignoriert weitgehend die natürlichen
Grenzen der Alpen. So fordern auch die NaturFreunde eine systematische
Integration von ökologischen und sozialen Aspekten in die
Tourismusentwicklung. Zwar hat die EU die Nachhaltigkeit bereits als
eine tragende Säule ihrer Tourismuspolitik identifiziert. Doch diese
Erkenntnis muss nun konsequent in praktischen Maßnahmen umgesetzt werden.
*Die Umwelt mit veränderten Reisegewohnheiten schützen *
Jeder ernsthafte Versuch, die Natur zu schützen, muss die zentrale
Bedeutung des Klimawandels anerkennen. Schätzungen gehen davon aus, dass
Verkehr, Beherbergung und Aktivitäten in Zusammenhang mit dem Tourismus
zusammen für bis zu 12,5 Prozent des vom Menschen verursachten
Klimawandels verantwortlich sind.
Eine signifikante Reduktion der Umweltauswirkungen des Tourismus wird
deshalb ohne eine wesentliche Änderung der Reisegewohnheiten nicht
möglich sein: Längere Aufenthalte statt vieler Kurztrips, Naherholung
statt Fernreisen und eine konsequente Nutzung und Ausbau
umweltfreundlicher Verkehrsträger sind hier die zentralen Ansätze.
Regierungen wie auch Tourismusanbieter müssen aktiv entsprechende
Angebote und adäquate Infrastrukturen entwickeln -- schon allein aus
Eigeninteresse, wenn sie ihre natürliche Grundlage für Wohlstand und
Lebensqualität langfristig erhalten wollen.
Doch auch die Touristen selbst sind gefordert: Ihre konsequente
Nachfrage nach umweltfreundlichen und sozial gerechten Freizeitangeboten
wird die Anbieter unter Druck setzen, entsprechende Angebote
bereitzustellen.
*Weitere Informationen*
Positionen und Publikationen der NaturFreunde Internationale zum
nachhaltigen Tourismus:
www.nfi.at/index.php?option=com_docman&task=cat_view&gid=14&Itemid=50
Weiterführender Artikel zum Welttourismustag in der NATURFREUNDiN 3-10
(S. 24):
www.naturfreundin.naturfreunde.de
Internetseite des Welttourismustages:
www.unwto.org/worldtourismday/index.php?lang=E
Innsbrucker Manifest:
www.promedia.cc/presse/2010/alps/2010-09-13_alps_politischesgipfeltreffen_e.php
*Über die NaturFreunde*
Die NaturFreunde sind parteipolitisch und
religiös unabhängig und treten seit 1895 ein für eine offene,
demokratische und sozial gerechte Welt. Sie orientieren sich
traditionell am Leitbild der Nachhaltigkeit und setzen dies in ihrer
Projektarbeit wie auch in ihren Reise- und Freizeitangeboten um.
In Deutschland gibt es in allen Bundesländern
NaturFreunde-Landesverbände, die Vereinsleben und Projekte auf
regionaler Ebene koordinieren. In den rund 650 deutschen Orts-, Bezirks-
und Regionalgruppen engagieren
sich über 75.000 Mitglieder. Zumeist ehrenamtlich bewirtschaften diese
auch die über 400 deutschen Naturfreundehäuser
als offene Stätten der Begegnung.
Dachverband der internationalen NaturFreunde-Bewegung mit weltweit mehr
als 500.000 Mitgliedern und rund 1.000 Naturfreundehäusern in über 50
Mitglieds- und Partnerorganisationen ist die NaturFreunde Internationale
(NFI) mit Sitz in Wien. Sie zählt zu den
größten NGOs weltweit und ist Mitglied der sogenannten Green10.
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NaturFreunde Internationale (NFI)
Öffentlichkeitsarbeit
*Anita Pinter*
0043 (0)1 89 23 877 -24
habhnbhibhtbhabh.bhpbhibhnbhtbhebhrbh@bhnbhfbh-bhibhnbhtbh.bhobhrbhgb
www.nf-int.org
NaturFreunde Internationale (NFI)
EU Policy Office in Brüssel
*Sandra Roling*
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www.nf-int.org
NaturFreunde Deutschlands (NFD)
Bundesvorstand
*Eckart Kuhlwein*
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www.naturfreunde.de