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Naturfreunde fordern raschen Ausstieg aus der Atomenergie

Presseaussendung | Naturfreunde Internationale
Naturfreunde fordern raschen Ausstieg aus der Atomenergie
Wien, 14. März 2011
Die Naturfreunde Internationale (NFI) fordert einen raschen weltweiten Ausstieg aus der
Atomenergie und ruft die Europäische Union dazu auf, die EURATOM-Gemeinschaft sofort
aufzulösen und in eine Agentur für Nachhaltige Energiegewinnung und Energieeffizienz
umzugestalten. Der offenkundige GAU in den japanischen Reaktoren Fukushima zeigt, dass
die Atomenergie nicht beherrschbar ist. Es ist unverantwortlich, weitere Atommeiler zu bauen
oder veraltete Anlagen in Betrieb zu halten und damit Millionen von Menschenleben zu
gefährden.
Zahlreiche Naturfreunde Landesverbände engagieren sich in diesen Tagen aktiv und international für
den Ausstieg aus der Atomenergie: die NaturFreunde Deutschlands setzen sich energisch gegen die
Laufzeitverlängerung der deutschen Kernkraftwerke ein und riefen gestern Abend zu einer
Mahnwache vor dem deutschen Bundeskanzleramt in Berlin – mit rund 2.500 TeilnehmerInnen – auf.
Die Naturfreunde Österreich unterstützten tatkräftig das österreichische Volksbegehren zum Ausstieg
aus dem EURATOM-Vertrag.
Die NFI, der internationale Dachverband der Naturfreunde mit mehr als 500.000 Mitgliedern weltweit,
fordert eine verantwortliche Energiepolitik und daher den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie, da
ihre Risiken nicht genügend abgeschätzt und nicht beherrscht werden können. Der GAU in Japan ist
ein deutlicher Beleg dafür.
Rund 250 Kilometer nordöstlich der japanischen Hauptstadt Tokio ist es im Atomkraftwerk
Fukushima offenkundig zu einem verheerenden Unfall gekommen. Bei mehreren Reaktoren wird eine
Kernschmelze angenommen, weil die Kühlung der Reaktoren wegen der Zerstörungen nach dem
starken Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami nicht mehr bewerkstelligt werden konnte. Bei
Stromausfall ist die Notkühlung selbst auf Strom angewiesen – dieser Umstand wird vor allem dann
zum Verhängnis, wenn mehrere Kraftwerke und Reaktoren gleichzeitig von Problemen betroffen sind.
In den letzten Jahren kam es auch in europäischen Kernkraftwerken immer wieder zu Beinahe-
Unfällen, weil die Notstromaggregate nicht funktionierten oder nicht leistungsfähig genug waren.
Mit Sicherheit können die tektonischen Schwächezonen Japans nicht mit jenen in Mitteleuropa
verglichen werden. Allerdings gibt es auch in Europa – wie etwa in der Türkei – Regionen, wo derzeit
intensiv am Bau von Kernkraftwerken geplant wird. Ein Unfall im Großraum Istanbul wäre durchaus
vergleichbar mit der Gefährdung von Tokio so wie momentan zu befürchten ist.
Die Naturfreunde möchten keine Katastrophenpolitik betreiben. Die aktuellen Ereignisse in Japan
rufen allerdings das potentielle Ausmaß dieser Katastrophe auf Mensch und Natur ins Bewusstsein
und zeigen dass Atomenergie nie vollständig beherrschbar ist und die Auswirkungen irreversibel sind.
Die NFI ist der internationale Dachverband der Naturfreundebewegung mit mehr als 50
Mitglieds- und Partnerorganisationen. Als Mitglied der Green 10 zählt sie mit 500.000
Mitgliedern zu den größten NGOs weltweit.
Anfragen und Kontakt:
Anita Pinter
Naturfreunde Internationale
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0)1 89 23 877-24
eMail: wa3wn3wi3wt3wa3w.3wp3wi3wn3wt3we3wr3w@3wn3wf3w-3wi3wn3wt3w.3wo3wr3wg3
www.nf-int.org