Vom Habichtsspiel zum Auenwald
Kassel liegt in einem Talkessel und ist umgeben von den Naturparks Habichtswald, Meißner-Kaufunger Wald, Münden und dem Reinhardswald. Die besonders geschützten FFH-Gebiete "Habichtswald" und "Dönche" liegen innerhalb der Grenzen Kassels.
Rotbuchen prägen den Lebensraumtyp „Waldmeister-Buchenwald“ im FFH-Gebiet „Habichtswald und Seilerberg bei Ehlen“. Buchenwälder sind bedeutende Lebensräume für Fledermäuse und Spechte, die im Alt- und Totholz die Baumhöhlen nutzen. Eine Besonderheit ist hier die Markierung geeigneter Bäume als „Spechtbaum“, die ein Fällen verhindert. Die Bilsteinklippen sind Silikatfelsen: Großflächige Gesteinsgebilde, hier aus Basalt, und ein besonderer Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Das 204 ha große FFH-Gebiet „Dönche“ liegt am westlichen Rand der Stadt Kassel und charakterisiert durch großflächiges, mageres Grünland
und kleinflächig ausgebildete Röhrichte, Hochstaudenfluren und Heideflächen. Hinzu kommen kleine Stillwässer und Pfeifengras-Restbestände. Entlang von Dönche- und Krebsbach haben sich naturnahe Feuchtgebiete entwickelt. Um der Gefährdung des Offenlandcharakters der Dönche durch zunehmende Verbuschung und Verwaldung entgegenzuwirken, findet eine Beweidung durch Merino-Landschafe, Suffolk-Schafe sowie durch Burenziegen statt. Ergänzt wird diese Maßnahme durch zusätzliche maschinelle Entbuschungen und eine ganzjährige Beweidung durch Galloway- und Scottish-Highlands-Rinderherden.
Der Weg ca. 10,2 km
Der Natura Trail ist eine Streckenwanderung und führt von der Bushaltestelle „Am Ziegenkopf“ zum Habichtsspiel vorbei an den Bilsteinklippen zum Bismarckturm; abwärts zur Konrad- Adenauer-Allee. Durch ein Hutegebiet zum Döncherand und durch die Dönche weiter abwärts zur Korbacher Straße. Während der Wanderung werden die aufragenden markanten Bilsteinklippen passiert. Die Klippen bestehen aus Basalt und erreichen eine Höhe von ca. 470 m. Sie bilden einen besonderen Lebensraum: Flechten und Moose können unmittelbar auf dem Gestein wachsen. In den zahlreichen Rissen und Spalten des Gesteins ist auch die Ansiedlung höherer Pflanzen möglich. Auch Tiere wie Bienen und Wespen nutzen die Ritzen oder Lücken, um ihre Brutröhren anzulegen. Vorsprünge oder Löcher in Felsgebilden sind wichtige Brutorte für verschiedene Vogelarten. Beim Wegestern, der wenig später er reicht wird, geht es auf einen Abstecher zum 500 m entfernten Bismarckturm. Dieser besteht aus Basalt und wurde 1903/04 als Aussichtsturm erbaut. Von dem nahe dem Brasselsberggipfel (434 m) stehenden Aussichtsturm hat man eine traumhafte Aussicht auf die Stadt Kassel, in das hessische Bergland und das weitere Umland. Die am Ende des Weges durchquerte Dönche wurde bis zum Ende des 19. Jahr hunderts wurde die Dönche als Gemeinschaftsweide genutzt. Danach stand der Ackerbau im Vordergrund. Vielfältige Biotope zu hier finden. Von besonderer Bedeutung sind die Flächen für Buschbrüter wie die Nachtigall und die große Population des Kammmolches sowie Zauneidechsen.
Die Stadt Kassel und das Wandern
Kassel liegt in einem Talkessel und ist umgeben von den Naturparks Habichtswald, Meißner-Kaufunger Wald, Münden und dem Reinhardswald. Durch diese wunderbare Landschaft führen zahlreiche Wanderwege, auf denen sowohl Sonntagsspaziergänge als auch Etappenwanderungen, z.B. auf dem „Kassel-Steig“, möglich sind. Aber auch in der Stadt selbst kann gewandert werden. So wurde in Kassel 1974 die „63 %-Wanderung“ eingeführt, die daran erinnerte, dass 63 % der Stadtfläche Grünflächen waren. Diese Tradition wird mit dem jährlichen „Kasseler Wandertag“ fortgeführt.
Nicht so bekannt sind die besonders geschützten Gebiete wie die FFH-Gebiete innerhalb der Grenzen Kassels. Diese liegen im Habichtswald und in der Dönche.
FFH-Gebiet „Habichtswald und Seilerberg bei Ehlen“
Der Kasseler Teil des FFH-Gebietes liegt im Bereich Großer Herbsthaus, Hirzstein, Dachsberg, Birkenkopf, Brasselsberg, Zeche Marie und Habichtsspiel.
Zeichnungen aus der Zeit um 1800 weisen das Gebiet als Waldgebiet mit kleinen aufgeteilten Weideflächen aus, vorwiegend zur Heugewinnung genutzt. Im kleineren Maße wurde Ackerbau betrieben. Ein halbes Jahrhundert später verringerten sich die Grün- und Ackerflächen erheblich. Die Forstwirtschaft setzte sich durch.
Meistens sind es Rotbuchen, die den Lebensraumtyp „Waldmeister-Buchenwald“ prägen, seltener Bergahorn, Esche und Eiche, die auf basischen Böden wie Kalk und Basalt wachsen. Buchenwälder sind bedeutende Lebensräume für Fledermäuse und Spechte, die im Alt- und Totholz die Baumhöhlen nutzen.
Eine Besonderheit ist hier die Markierung geeigneter Bäume als „Spechtbaum“, die ein Fällen verhindert. Die Krautschicht, damit sind die Pflanzen auf dem Erdboden gemeint, wird überwiegend durch den Waldmeister ausgebildet. Aber auch Waldgerste, Bärlauch und Wald-Gelbstern sind vertreten.
Die Bilsteinklippen werden dem Lebensraumtyp „Silikatfelsen und ihre Felsspaltenvegetation“ zugerechnet. Silikatfelsen sind großflächige Gesteinsgebilde, hier aus Basalt, und ein besonderer Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Flechten und Moose können unmittelbar auf dem Gestein wachsen. In den zahlreichen Rissen und Spalten des Gesteins
ist auch die Ansiedlung höherer Pflanzen möglich. Auch Tiere wie Bienen und Wespen nutzen die Ritzen oder Lücken, um ihre Brutröhren anzulegen. Vorsprünge oder Löcher in Felsgebilden sind wichtige Brutorte für verschiedene Vogelarten.
Der Bismarckturm ist ein 1903/ 1904 erbauter Aussichtsturm, der 434 m über NN liegt und 25 m hoch ist. Das Tragmauerwerk ist aus Basalt. Der Turm musste mehrmals saniert werden und ist seit 2010 wieder frei zugänglich.
FFH-Gebiet „Dönche“
Das 204 ha große FFH-Gebiet „Dönche“ liegt am westlichen Rand der Stadt Kassel in einer Höhe zwischen 180 und 325 m über NN.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Dönche als Gemeinschaftsweide genutzt. Danach stand der Ackerbau im Vordergrund. Die militärische Nutzung von 1936 bis 1970 war prägend für den besonderen Charakter der Dönche. Ein Problem für das Gebiet ist die siedlungsnahe Lage. Dies bringt die Entstehung von Trampelpfaden, wilde Müllablagerungen und hohe Hundekotbelastungen mit sich.
Die Dönche ist durch großflächiges, mageres Grünland und kleinflächig ausgebildete Röhrichte, Hochstaudenfluren und Heideflächen charakterisiert. Hinzu kommen kleine Stillwässer und PfeifengrasRestbestände. Entlang von Dönche- und Krebsbach haben sich naturnahe Feuchtgebiete entwickelt.
Um der Gefährdung des Offenlandcharakters der Dönche durch zunehmende Verbuschung und Verwaldung entgegenzuwirken, findet eine durch Merino-Landschafe, Suffolk-Schafe sowie durch Burenziegen statt. Ergänzt wird diese Maßnahme durch zusätzliche maschinelle Entbuschungen.
Der Einsatz großer Schafherden mit mehreren Weidegängen jährlich reichte jedoch nicht aus, um die strukturreichen Grünländer zu erhalten. So wurde eine ca. 30 ha große abgegrenzte Fläche für die ganzjährige Beweidung durch Galloway- und Scottish-HighlandsRinderherden auswiesen.
In den vier z.T. großflächig vorhandenen Lebensraumtypen kommen auf der Dönche eine Anzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten vor. Es sind vielfältige Biotope zu finden. Von besonderer Bedeutung sind die Flächen für Buschbrüter wie die Nachtigall, die allerdings nur noch selten zu hören ist, und die große Population des Kammmolches sowie Zauneidechsen. Der Lebensaumtyp „Waldmeister-Buchenwald“ ist in der Dönche ausschließlich im Bereich Brasselsberg vertreten.
„Artenreiche montane Borstgrasrasen auf Silikatböden“ ist der Lebensraumtyp, der in der Nähe des Freilandlabors und unterhalb der Siedlung documenta urbana vorkommt. Die verschiedenen Pflanzen wachsen auf nährstoffarmen und z.T. sauren Böden. Im niedrigwüchsigen Rasen dominiert das Borstgras. Bei den Kräutern überwiegt das Dolden-Habichtskraut und der Kleine Sauerampfer. Als Zwergstrauch ist die Besen-Heide vertreten.
Auf zeitweilig oder dauerhaft feuchten Böden mit hohem Grundwasserstand kommen Bestände des Lebensraumtyps „Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-Hainbuchenwald“ vor. Diese sind in der Dönche kleinflächig am Freilandlabor, am Krebsbach östlich des Freilandlabors und im oberen Bereich des Dönchebaches zu finden. Allerdings sind wegen der Feuchtigkeitsabnahme erhebliche Beeinträchtigungen festzustellen.
Dies trifft auch auf die Auenwälder zu. Neben den im Namen aufgeführten Baumarten sind hier auch Trauben-Eichen und seltener Winterlinden zu finden. Die Strauchschicht ist vom Schwarzen Holunder geprägt. Die Krautschicht ist stark entwickelt.
Der Lebensraumtyp „Auenwälder“ kommt im Bereich des Freilandlabors, am Krebsbach und entlang des Dönchebaches vor. Bei den Auenwäldern handelt es sich um relativ lichte Waldstreifen, bestehend aus schmalblättrigen Weidenarten. Die Strauchschicht ist mit Haselund Weißdorn-Arten spärlich ausgebildet. Bei guter Nährstoff- und Wasserversorgung sind in der Krautschicht zahlreiche Pflanzen wie Giersch und Große Brennnessel zu finden.

